Eine Region stand Kopf: Bilderbuchabschied für Jacob Heinl

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Thema: Eine Region stand Kopf – SG Flensburg-Handewitt ist Deutscher Meister

Er ist Flensburgs wandelndes Sportlexikon. Sportjournalist Jörn Saemann teilt exklusiv im TNS Sports Magazin Flensburg seine kuriosesten und lustigsten Erlebnisse und Erinnerungen.


Die Handball-Bundesliga bot kurz vor dem Saisonende ein „Finale furioso“. Denn nicht die zeitweilig mit satten fünf Punkten Vorsprung auf Platz eins liegenden Rhein Neckar Löwen feierten ihrer dritten Titel in Folge, sondern die SG Flensburg-Handewitt. Nach der zehrenden Wartezeit von 14 Jahren und sieben ebenso zehrenden Vizemeisterschaften, war es am 3. Juni 2018 endlich soweit. Die SG Flensburg-Handewitt ist Deutscher Meister. und versetzte die Mannschaft, Fans und Umfeld in grenzenlosen Jubel vor den Toren Dänemarks. Auch viele Gedanken schossen den Beteiligten durch den Kopf, zumindest wenn sie zwanzig Jahre und älter waren. Denn 2004 säumten über 10.000 Besucher den Campus der Fördestadt, um die damals anmutende Erlösung der Premiere als Deutscher Meister beizuwohnen. 14 Jahre später, waren es 15.000 Menschen, die den Weg zum gleichermaßen als Universitäts-, Konzert- und Sportstätte genutzten Gelände zwischen Osttangente und Bahnhof antraten und dieses zu einer wahren Party- und Fan-Meile machten.

Bilderbuchabschied für Jacob Heinl

Im Jahr 1994 und damals als 7-jähriger, hätte Jacob Heinl sich dies bestimmt nicht träumen lassen. Zehn Jahre später feierte er als 17-jähriger Teenager sicherlich noch unbedarft mit. Bei seinem Debüt am 10. Februar 2008 vor heimischem Publikum gegen den HSV Hamburg und gegen den bis heute mit 2.908 Toren immer noch besten Bundesligatorschützen aller Zeiten, „Nick“ Yoon Kyung-Shin, war der damals 21-jährige innerlich auch noch weit weg davon. „Unglaublich, Unglaublich, Unglaublich“, klingt mir selbst noch das Flüstern des damals eher schüchtern wirkenden Kreisläufers im Ohr, wobei ich mich bei den von der Stehtribüne „Jacob Heinl“ Sprechchören stark konzentrieren musste. „Sonst habe ich dort selbst gestanden und die SG angefeuert“, entfuhr es Heinl damals mit strahlenden Augen und fröhlichem Gesicht.

Jacob Heinl als Deutscher Meister. Foto: SPEEDPhotos.de

In den letzten zehn Jahren musste er dann immer wieder gesundheitliche und verletzungsbedingte Rückschläge hinnehmen. Doch wie der schwarze Ritter im legendären Monty Python Film „Die Ritter der Kokosnuss“, stand Jacob Heinl immer wieder auf und schien schier „unbesiegbar“. Und so triumphierte der heute 31-jährige, für den ein persönlicher Traum in Erfüllung ging. Deutscher Meister. Und zum Abschluss seiner Zeit bei der SG Flensburg-Handewitt, durfte er diesen Titel auch mit der SG-Legende Thomas Mogensen feiern, sowie Torhüter-Denkmal Mattias Andersson. Dazu gesellte sich noch das Trio Kevin Möller, Henrik Toft Hansen und Kentin Mahé, die in vier, beziehungsweise jeweils drei Jahren, ebenfalls ihre Geschichte bei der SG Flensburg-Handewitt als Deutscher Meister 2018 krönend beendeten.

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