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Kann man sich über einen Aufstieg ohne sportlichen Wert überhaupt freuen? Der DHB macht es möglich, dass nur vier Spiele den Weg in die zweite Frauen-Bundesliga ebnen. Ganz nach dem Motto: Wer Lust hat, darf aufsteigen.
Mit sportlicher Fairness hat die Aufstiegsrunde der 3. Liga der Frauen im Handball nichts mehr zu tun. Fünf Vereine kämpfen derzeit in einem Jeder-gegen-Jeden-Modus um den Aufstieg in die 2. Bundesliga, davon steigen zwei direkt auf und die drittplatzierte Mannschaft spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga um den letzten freien Aufstiegsplatz. Derzeit könnten der ESV 1927 Regensburg und der MTV Heide den Aufstieg feiern, für den TV Aldekerk 07 würde es in die Relegation gehen.
Fortuna Düsseldorf zog die Teilnahme Anfang April zurück. Nicht etwa, weil sie das System verurteilten, sondern auf Grund der damals steigenden Coronazahlen.
„Ein sportlicher Skandal“
Bereits im März äußerte sich Raynald Thommen, Vorsitzender der HSG Freiburg, entsetzt gegenüber der Badischen Zeitung und kündigte sogar rechtliche Schritte an: „Das ist ein sportlicher Skandal, dass man sich nach dem Prinzip „Wünsch-dir-was“ für die 2. Liga qualifizieren kann. Wir werden alles tun, um gegen diese Ungerechtigkeit anzukämpfen.“
„Einfacher geht’s nimmer“
Fassungslos über das Vorgehen vom DHB zeigt sich auch Ex-TSV Nord Harrislee Coach Herluf „Shorty“ Linde. „Einfacher geht’s nimmer“, sagt er zu dem Spielmodus, in dem möglicherweise drei von fünf Vereinen durch nur vier Spiele aufsteigen werden. „Die etablierten Zweitliga-Vereine haben 26 Spiele in den Knochen, 30.000 Kilometer Reisestrapazen und 200.000 Euro Etat investiert und müssen einfach gehen“, schüttelt er ungläubig den Kopf. Traurig macht Linde auch das Verhalten von Funktionären und Landesverbänden: „Fast unbemerkt haben sie eine so unsportliche und skandalöse Aufstiegsrunde ins Leben gerufen.“ Und was Linde noch viel mehr schockiert: „Der DHB hat das auch noch abgenickt!“ Abgenickt, dass Vereine wie der HC Rödertal und die HSG Freiburg nach einer kompletten und durch Corona erschwerten Saison in die 3. Liga absteigen müssen und im Gegenzug den Aufstiegsteilnehmern ein goldenes Ticket in die 2. Bundesliga serviert wird. (msc)
