Emotionen am Siedepunkt nach "Goos-Missverständnis"

Alle Register gezogen: FSG Ostseeküste siegt bei DGF in der Nachspielzeit

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Das Glück der FSG Ostseeküste scheint noch nicht aufgebraucht zu sein. Nach dem glücklichen Last-Minute-Sieg in der Nachspielzeit gegen den FC Wiesharde, konnte auch bei Spitzenreiter DGF Flensborg ein Sieg in der 95. Minute eingefahren werden.

Flensburg – Nicht nur die 60 Zuschauer im Idrætsparken schüttelten nach einer knappen halben Stunde ungläubig mit dem Kopf, sondern auch DGF-Trainer Jens Fischer. Gerade traf Thorbjörn Jürgensen zur 2:0 Führung des Aufsteigers von der FSG Ostseeküste. Zuvor traf bereits Jakob Henningsen in der 16. Minute zur überraschenden Führung. „Das 1:0 resultierte mal wieder aus einem eigenen kapitalen Bock, als Stefan Ottsen einen hohen Ball nur unkontrolliert nach hinten passen konnte“, erklärt Fischer. Statt bei einem seiner Mitspieler landete der Ball direkt in den Lauf des auffälligen und flinken Henningsen, der dann abgezockt zum 1:0 einschob. Auch das 0:2 ging eine Fehlerkette bei DGF voraus, angefangen bei einem Einwurf auf der rechte Seite höhe der Eckfahne, wo selbst auf Zuruf nicht eng genug gedeckt wurde und so Alexander Domenic von Riesen ungehindert in den Strafraum flanken konnte, wo der Ball über mehrere Stationen bei Jürgensen landete, der seine gute und auffällige Leistung mit dem 2:0 für die Gäste belohnte.

Kuci mit dem Anschluss vor der Pause

Noch hatte der Tabellenführer aber genügend Zeit, um den Fehlstart zur korrigieren. Doch DGF kam nur langsam besser ins Spiel, viele Spieler blieben weit von ihrer Normalform entfernt. „Wir haben viele falsche und auch ungenaue Entscheidungen getroffen.“ Dennoch in der 35. Minute kam Rexhep Kabashi zu einer Chance, setzte den Ball an die Latte. In der Nachspielzeit gelang dann nach mehreren kleineren Chancen doch noch der verdiente Anschlusstreffer durch Rinor Kuci. Mit dem Pausenpfiff verpasste Torge Nissen nur knapp den Ausgleich, sein Ball ging am linken Pfosten vorbei. 

Richtig gewechselt: Geller trifft zum 2:2

Die Pause tat den Gastgebern gut. So drückte DGF auf den Ausgleich, der Aufsteiger hielt tapfer dagegen, konnte den vermeintlichen Ausgleich aber nicht verhindern, doch der DGF-Treffer wurde vom Schiedsrichter aberkannt, da Torwart Tim Bielke die Hand auf dem Ball gehabt haben soll. In der 70. Minute dann aber wirklich: Bank und Zuschauer bejubeln den Ausgleich durch den zehn Minuten zuvor eingewechselten Robin Geller zum 2:2. 

Goos sorgt nach Schiedsrichterball für Ärger / Nehrenst rettet in höchster Not

DGF blieb auch in der Schlussphase am Drücker und wollte nun natürlich das Spiel gewinnen. „In einer sehr hektischen und emotionalen Schlussphase, traten dann leider auch die nicht immer sicheren Schiedsrichter in Erscheinung“, ärgerte sich Jens Fischer. So spielte der Ex-Satruper Danny Goos einen Schiedsrichterball nicht wie erwartet zu DGF zurück, sondern zu einen seiner Stürmer, der ebenfalls nicht von DGF angriffen wurde. Der Ball kam in den Lauf vom eingewechselten Brian Schalk, dieser umkurvte Torwart Max Julian Mross und konnte dann jedoch noch überragend von Julian Nehrenst vor dem leeren Tor gestoppt werden. Nach dieser Szene kochten die Emotionen über. „Goos beteuerte, der Schiri hätte ihm gesagt, die FSG hätte ihn angeschossen und der Ball wäre für die FSG Ostseeküste“, erklärt Fischer die zweifelhafte Aktion. 

FSG treibt es auf die Spitze

Kurios wurde es dann auch, als die nun extrem auf Zeit spielende FSG von Trainer Dirk Brendel einen Abstoß  ausführen wollte. „Zwei Mal legte sich der Torhüter den Ball zurecht, ging anschließend beide Male zum Ball und tippte diesen nur an. Sein Abwehrspieler bolzte den Ball dann raus…“, so Fischer. Beide Male lief Felix Bülo diese nach den Antippen des Balls an, wurde aber beide Male unerklärlicherweise zurückgepfiffen. Die Emotionen im Idrætsparken waren nun auf dem Siedepunkt. 

Siegtreffer in der 95. Minute für die FSG Ostseeküste

Es folgte eine großzügige Nachspielzeit, in der die FSG Ostseeküste wieder einmal unglaubliches Glück hatte. Bei einem ihrer wenigen Ausflüge in die gegnerische Hälfte, bekam die FSG an der Seitenlinie höhe des 16ers einen Freistoß zugesprochen. Dieser wurde länger und länger und segelte schlussendlich über Max Mross hinweg ins Tor. Der Aufsteiger stürmte vor Freude über das späte Siegtor den Platz, lange Gesichter gab es hingegen bei DGF Flensborg, die somit die Tabellenführung an die SG Eckernförde/Fleckeby abgeben mussten. 

„Wird sich zeigen, inwieweit wir aus der letzten Saison gelernt haben“

„Leider haben wir wieder zu viele individuelle Fehler gemacht, defensiv wie aber auch offensiv“, räumt DGF-Trainer Jens Fischer ein. „Die Böcke müssen wir einfach abschalten und vor dem Tor wieder kaltschnäuziger sein. Der Druck für das nächste Topspiel am Samstag in Tarp ist nun extrem“, weiß der Trainer und ist gleichzeitig auf die Reaktion seiner Mannschaft gespannt. „Nun wird sich zeigen, inwieweit wir aus der letzter Saison gelernt haben und solche Rückschläge verkraften können. Ich bin mir jedoch sicher, dass wir dies meistern werden und gegen Tarp wieder unser wahres Gesicht zeigen werden.“ (msc)






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